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Gemeinsam Geschichte schreiben. Chancen und Herausforderungen des neuartigen Schulbuchprojekts »Europa – Unsere Geschichte«

Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation von Band 3 der Schulbuchreihe „Europa – Unsere Geschichte“

© Katarzyna Jez

Deutschland und Polen haben eine lange gemeinsame Geschichte, in der es verbindende, aber auch schwierige, trennende Elemente gibt. Historische Ereignisse selbst können überall zum Gegenstand oder Bezugspunkt aktueller Konflikte werden und Dialog über die im doppelten Wortsinn „geteilte Geschichte“ (shared and divided) ist daher sehr wichtig. Er kann helfen, Brücken zu bauen, anstatt Gräben zu vertiefen.

Vor diesem Hintergrund kann man die symbolische und bildungspolitische Bedeutung des gemeinsamen Schulbuchprojekts kaum überschätzen: Unter dem Titel „Europa – Unsere Geschichte“ erscheint 2016–2020 eine vierbändige Lehrwerkreihe für den regulären Geschichtsunterricht in Deutschland und in Polen. Es ist umso bemerkenswerter, dass die ehemaligen Kriegsgegner Deutschland und Polen über viele Jahre gemeinsam ein europäisches Geschichtsbuch erarbeiten, obwohl die Zusammenarbeit in Europa auch heute nicht konfliktfrei ist und Kontroversen über historische Fragen immer wieder in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Ziel des Schulbuchs ist es, die Vielgestaltigkeit Europas und die Pluralität europäischer Erinnerungskulturen sichtbar zu machen, in altersgemäßer Weise den Blick dafür zu schärfen, wie Geschichte geschrieben und historische Erinnerung konstruiert wird, zum Perspektivenwechsel anzuregen und gegenseitiges Verstehen und Empathie zu fördern.

Wie kann man gemeinsam Geschichte schreiben? Zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie der Stadt Berlin lädt das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig ein zu einer Diskussion über die Entstehung, Ziele, Chancen und Herausforderungen des gemeinsamen Geschichtsbuchprojekts.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Unsere Gäste sind:

  • Andrzej Dusiewicz (polnischer Schulbuchverlag „Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne“)
  • Dominik Pick (Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften)
  • Thomas Strobel (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg)
  • Joanna Zaborowski (Oberschullehrerin für Geschichte, Sprecherin des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und Lehrer bei der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission)
  • Moderation: Dorothea Traupe (freie Trainerin und Übersetzerin)

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Polnisch statt. Bitte schreiben Sie eine kurze Nachricht an info@buchbund.de, wenn Sie ein Headset für die Dolmetschung benötigen.