Workshop

Ein Geschichtsbuch mit verschiedenen Perspektiven. Geht das überhaupt? »Europa – Unsere Geschichte« und der Umgang mit Kontroversen im Geschichtsunterricht

Workshop und Diskussion zum Lehrwerk „Europa – Unsere Geschichte“ für Lehrkräfte, Eltern und weitere Interessierte an der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim; 20. September 2019, 13-16 Uhr

Veranstalter:

Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig in Kooperation mit dem deutsch-polnischen Arbeitskreis der Lehrerinnen und Lehrer an der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission und dem Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim

Bereits im Herbst 2006 regte der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch an. Kurz darauf griff der Außenminister Polens, Radosław Sikorski, die Idee auf, und beide beauftragten die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, hierfür ein Konzept zu entwickeln. Die ersten drei Bände liegen mittlerweile vor, die Arbeit am Band 4 (20. Jahrhundert) geht auf die Zielgerade.

Deutschland und Polen teilen eine lange Geschichte, die sie aber mit Blick auf die schwierigen Abschnitte auch trennt. Hier erarbeiten ehemalige Kriegsgegner, deren Zusammenarbeit in Europa auch heute nicht ohne Probleme ist und die auch heute Kontroversen über historische Fragen in der Öffentlichkeit austragen, ein gemeinsames europäisches Geschichtsbuch. Welche Ereignisse der europäischen Geschichte sind für das polnische Selbstverständnis und die Deutung der Gegenwart zentral und welche für das deutsche? Wie wird Perspektivenvielfalt respektiert und in einem gemeinsamen Schulbuch didaktisch umgesetzt? Diese und andere Fragen machen dieses Projekt nicht nur für Lehrkräfte und Eltern so interessant, um darüber zu debattieren.

Der Workshop findet im Rahmen des Toleranz-Festivals statt, dass unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil steht.